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Qualifizierte Fachkräfte

Sie möchten eine qualifizierte Fachkraft aus dem Ausland beschäftigen, d.h. einen Arbeitnehmer, der eine Tätigkeit ausüben soll, für die nach deutschem Recht eine mindestens zweijährige Berufsausbildung erforderlich ist?

Lesen Sie im Folgenden, welche Voraussetzungen für die Beschäftigung der qualifizierten Fachkraft erfüllt sein müssen.

Hinweis: Benötigen Sie eine Einschätzung über die im Ausland erworbene Berufsqualifikation Ihrer Bewerber oder suchen Sie weitere Informationen zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse? Informationen hierzu finden Sie unter www.bq-portal.de sowie www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/.

Wählen Sie hier je nach Staatsangehörigkeit die zutreffende Personengruppe aus:

  • EU-Bürger und Bürger aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz

    EU-Bürger sowie Bürger aus Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz genießen Freizügigkeit. Zur Einreise benötigen diese kein Visum. Sie müssen lediglich einen gültigen Personalausweis oder Reisepass besitzen.  

    Sie unterliegen auch keinen Einschränkungen beim Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt, d.h. sie können nach Deutschland einreisen und unmittelbar nach der Einreise anfangen zu arbeiten.

     

    Hinweis: Aufgrund einer Änderung des Freizügigkeitsgesetzes EU zum 29.01.2013 werden über das bestehende Freizügigkeitsrecht ab sofort keine entsprechenden amtlichen Bescheinigungen (Freizügigkeitsbescheinigungen) mehr ausgestellt. Die Freizügigkeitsrechte von Unionsbürgern und Angehörigen der EWR-Staaten bleiben jedoch unverändert bestehen. Weitere Informationen erhalten Sie hier

     

    Innerhalb einer Woche nach der Einreise muss Ihr Arbeitnehmer sich bei der Meldebehörde seines neuen Wohnortes anmelden. 

     

     

     

  • Nicht-EU-Bürger

    Qualifizierte Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten benötigen für die Einreise nach Deutschland sowie für den Aufenthalt zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit einen Aufenthaltstitel. 

    Vor der Einreise müssen sie ein nationales Visum zum Zweck der Arbeitsaufnahme beantragen, mit dem die Arbeitsaufnahme dann unmittelbar nach der Einreise stattfinden kann. 

    Das nationale Visum wird in der Regel für einen Zeitraum von drei Monaten ausgestellt. 

     

    Nach Einreise und vor Ablauf der Gültigkeit des nationalen Visums muss Ihr Arbeitnehmer auf Grundlage des Visums bei der zuständigen Ausländerbehörde eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Beschäftigung beantragen.

      

    Hinweis: Erforderliche Unterlagen für die Visumerteilung  

    Ein Visum zum Zweck der Arbeitsaufnahme kann nur erteilt werden, wenn der qualifizierten Fachkraft Ihr ganz konkretes Arbeitsplatzangebot vorliegt. Deshalb benötigt Ihr Arbeitnehmer (außer den üblicherweise im Visumverfahren erforderlichen Unterlagen) vor allem 

    • den Nachweis über das konkrete Arbeitsplatzangebot
    • einen gültigen Arbeitsvertrag mit Gehaltsangaben
    • das Formular Stellenbeschreibung der Bundesagentur für Arbeit

     die Sie ihm als Arbeitgeber zur Verfügung stellen. 

     

    Hinweis: Ablauf eines Visumerteilungsverfahrens

    Den beispielhaften Ablauf eines Verfahrens zur Erteilung eines Visums zum Zweck der Arbeitsaufnahme (sogenanntes nationales Visum, D-Visum) finden Sie hier. Bitte beachten Sie: hierbei handelt es sich nicht um eine rechtsverbindliche Auskunft im Einzelfall. Kontaktieren Sie bei Fragen Ihre zuständige Ausländerbehörde.

     

    Hinweis: Verfahrensdauer der Visumerteilung 

    Das Verwaltungsverfahren der Erteilung eines Visums zum Zweck der Arbeitsaufnahme dauert im Durchschnitt ca. 4-6 Wochen. Fälle, in denen einzelne Verfahrensschritte oder Beteiligungen einzelner Behörden entfallen, können sich entsprechend verkürzen.

    Wissenswert: Falls Unterlagen zur Bearbeitung des Visumantrages fehlen sollten, melden sich die beteiligten Behörden unaufgefordert. Eine Sachstandsanfrage ist nicht erforderlich. 

      

    Tipp: Frühzeitige Terminvereinbarung

    Ihr Arbeitnehmer sollte frühzeitig einen persönlichen Termin zur Visumbeantragung in seiner Auslandsvertretung vereinbaren.

     

    Hinweis: Seit 01.08.2012
    Neuer befristeter Aufenthaltstitel "Blaue Karte EU" für ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus einem Nicht-EU-Staat

    • mit einem deutschen Hochschulabschluss
    • oder einem anerkannten ausländischen Hochschulabschluss
    • oder mit einem dem inländischen Hochschulabschluss vergleichbaren ausländischen Hochschulabschluss,

    die ein bestimmtes Jahresgehalt (Mindestbruttogehalt bei Engpassberufen 37.128 Euro, für andere Berufe 47.600 Euro) und einen Arbeitsvertrag bzw. ein konkretes, verbindliches Arbeitsplatzangebot vorweisen können.

    Als Arbeitgeber senden Sie Ihrer Fachkraft den Arbeitsvertrag zu. Die Fachkraft stellt in ihrem Heimatland einen Visumantrag bei der Auslandsvertretung und kann direkt nach der Einreise mit dem Visum in Deutschland die Beschäftigung in Ihrem Unternehmen beginnen. Die Fachkraft sucht innerhalb der ersten Tage nach Einreise die zuständige Ausländerbehörde auf und stellt dort den Antrag auf Erteilung der Blauen Karte, die ihr nach Prüfung der zu erfüllenden Kriterien ausgehändigt wird.

     

     

  • Ausnahmeregelungen für Staatsangehörige aus Australien, Israel, Japan, Kanada, der Republik Korea, Neuseeland und den Vereinigten Staaten von Amerika

    Staatsangehörige aus Australien, Israel, Japan, Kanada, der Republik Korea, Neuseeland und den Vereinigten Staaten von Amerika benötigen für ihre Einreise nach Deutschland kein Visum.

    Zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit benötigen sie jedoch eine Aufenthaltserlaubnis mit Berechtigung zur Arbeitsaufnahme.

    Die Aufenthaltserlaubnis mit Berechtigung zur Arbeitsaufnahme muss der Arbeitnehmer nach der Einreise bei der für seinen Wohnsitz zuständigen Ausländerbehörde beantragen.

     

    Beachten Sie jedoch: Eine Arbeitsaufnahme darf erst dann erfolgen, wenn die Aufenthaltserlaubnis zur Aufnahme einer Beschäftigung erteilt wurde. 

     

    Dies bedeutet zwangsläufig, dass für die Zeit des Antragsverfahrens keine Beschäftigung stattfinden kann. Um eine Arbeitsaufnahme direkt nach der Einreise zu ermöglichen, ist es empfehlenswert, dass qualifizierte Fachkräfte der hier genannten privilegierten Nationalitäten dennoch vor ihrer Einreise einen Visumantrag stellen. Aus dem Ausland heraus kann ein Aufenthaltstitel, der zur Arbeitsaufnahme berechtigt, nur als D-Visum beantragt werden, da Aufenthaltstitel und Arbeitserlaubnis nicht getrennt erteilt werden können.

    Nähere Informationen zur Erteilung des D-Visums lesen Sie in dieser Kategorie "Qualifizierte Fachkraft" unter dem  Menüpunkt "Nicht-EU-Bürger".

     

    Beachten Sie, dass das D-Visum in der Regel nur für einen Zeitraum von drei Monaten ausgestellt wird.

    Innerhalb von drei Monaten nach Einreise muss Ihr Arbeitgeber auf Grundlage des Visums dann die Aufenthaltserlaubnis bei der zuständigen Ausländerbehörde beantragen.

Übersicht der angebotenen Leistungen

Um die entsprechenden Verwaltungsleistungen anzuzeigen und weitere Informationen über die Verfahren nachzulesen, geben Sie nun auf der linken Seite den Ort Ihres Firmensitzes ein. Nach erfolgter Ortseingabe werden die für Sie relevanten Verfahren aus Ihrem Landeszuständigkeitsfinder aufgelistet. Sollte das gesuchte Verfahren nicht enthalten sein, so ist dies durch Ihr Bundesland noch nicht hinterlegt. 

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